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AM RANDE

Diese Ausgabe von Pleine Marge ist ein wenig anders, denn es geht vor allem um drei Vertreter des portugiesischen Surrealismus: in einer Hommage an den Maler und Dichter Artur do Cruzeiro Seixas und in einem ausgiebigen Überblick über das Werk von Isabel Meyrelles und von Raul Perez.

Die beiden abschließenden Studien des Bandes erhellen wiederum etwas ganz anderes: die Reflexion über den Mythos und über das mythische Schreiben des Surrealismus. In einem seiner ersten in den USA veröffentlichten Texte reflektiert André Breton -- mit Blick auf Max Ernst -- über das Schreiben des Mythos, während der kundige Kommentator dieser Seiten, Tetsuya Saito, darüber nachdenkt, was denn zitieren eigentlich meint. Im zweiten Aufsatz geht Yves Vadé, der sich in der mythischen Vorstellungswelt der Kelten auskennt, einfach nur dem Namen Merlins in Bretons Werk nach und gibt unseren Überlegungen zur Präsenz des keltischen Denkens eine neue Richtung. Beide Studien bereichern die theoretische und fundierte Reflexion über das, was sich im Surrealismus um das Schreiben des „Mythos“ dreht.

Andererseits, um auf den ersten Teil dieser Ausgabe zurückzukommen, verweist der Surrealismus in Portugal natürlich zugleich auf eine schwierige Phase in der Geschichte des 20. Jahrhunderts dieses Landes. Perfecto E. Cuadrado umreißt hier in groben Zügen den Kontext des portugiesischen Surrealismus – einer Bewegung, die unter dem Joch der Salazar-Diktatur keinen Platz in der Gesellschaft finden konnte. Die Flucht in den Humor und in die Satire, ja sogar in die Magie, war eine Art Revanche gegenüber dem Unerträglichen. Ausnahmedichter wie Mario Cesariny de Vasconcelos (geboren 1924, er gilt als „Führer“ der Bewegung), Antonio Maria Lisboa (1928-1953, Dichter mit kometenhaftem Erfolg und tragischem Schicksal), Alexandre O’Neill (1924- 1986) gaben in diesen Jahrzehnten den Ton an.

Überdies stellen wir auch noch drei weitere große Dichter und Maler vor, die sich mit den bereits genannten durchaus messen können; Françoise Py rückt sie in das rechte Licht. Wir haben sie hier gemeinsam versammelt, da wir Übereinstimmungen in ihrer Sensibilität und in ihren Ausdrucksformen bemerkt haben: Der jüngste, Raul Perez, ist sowohl Dichter als auch Maler; Isabel Meyrelles ist eine Dichterin und Bildhauerin, für die der Raum immer dreidimensional ist und die Rückseite der Dinge immer in Reichweite. Und schließlich Artur Cruzeiro Seixas, der große Zeichner, dessen Hand uns begeistert und der beim Schreiben aus einem imaginären Raum schöpft, den er als „Afrika“ oder „die Afrikas“ bezeichnet. Und um Sie noch mehr zu verwirren: Er hat tatsächlich gut zehn Jahre seines Lebens in Afrika verbracht.

Übersetzt von Ina Pfitzner

 

 
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