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AM RANDE

Mehrere kostbare Beiträge, natürlich unveröffentlicht, bestimmen diese Ausgabe. Der Maler Jerzy Kujawski wurde gerade erst in Polen gefeiert, doch wird sein Werk, das ja im Wesentlichen in Frankreich entstanden war, weiterhin verkannt. 1947, zwischen unterschiedlichen Gruppen unterwegs, stellte er seine Werke auf Einladung von André Breton aus, dann verband sich sein Lebensweg mit der Zeitschrift Rixes, später mit Phases. Sein „magisches Heft“, ein Tagebuch, das er in den fünfziger Jahren führte, ist bisher fast völlig unveröffentlicht geblieben. Es wird hier auf den schönen Seiten von Michel Butor und von Frédérick Tristan vorgestellt.

Bei den bildenden Künsten zeigen wir auch einige von Lucy Vines’ erstaunlichen Arbeiten auf Papier, einer während der McCarthy-Zeit ausgewanderten Amerikanerin, die kürzlich auf Einzelausstellungen in Deutschland und Frankreich zu sehen war. Hier nun einige Szenen, die an Balthus erinnern: uns zugewandte, intensive Gesichter, schwebende Körper, unvollendete Gesten.

Die Collagen von Bertrand Dorny dienen schließlich als reiche Illumination für die wirklich hinreißenden Seiten von Paul Chemetov. Wir reproduzieren dieses Buchobjekt hier in vollem Umfang.

Schließlich bieten wir noch einige unveröffentlichte Texte und Gedichte in französischer Sprache. Die beste Leserin von Nicolas Calas, dreisprachig wie er selbst, ermöglicht uns eine andere Lesart seiner dichten, hybriden Seiten zwischen Poesie und Essay, auf denen die Idee der „amorphen Objektivität“ entwickelt wird—im doppelten Sinne der Ablehnung des Formalismus und der Verteidigung einer in ständiger Veränderung begriffenen Form. Mehrere unveröffentlichte Gedichte in französischer Sprache, von denen vier aus den dreißiger Jahren stammen, stehen am Anfang dieses stattlichen Dossiers, wobei der Rest vorwiegend aus dem Englischen übersetzt wurde. Dazu gesellen sich die schönen Gedichte von Jacques Sénelier, der viel zu früh verstarb, von Michèle Finck, von der man schon in Pleine Marge gelesen hat, und dann noch die traumhafte Prosa von Alejandro Puga, einem argentinischen Dichter, den André Pieyre de Mandiargues sehr schätzte.

Abgerundet wird dieser Band durch zwei wichtige kritische Studien. In der einen wird ein gewisser Spätfuturismus dem Surrealismus gegenübergestellt, und zwar anhand der Darstellung der Maschine, die andere schlägt eine neue Deutung der konzeptuellen Implikationen von Carl Einstein bei Documents vor.

Übersetzt von Ina Pfitzner

 

 
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