G. und wie er die Welt sieht
Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß G. Er lebte in einem Land, wo Zitronen wachsen und Hunde herumstreunen, wo es nach Lavendel riecht und wo die Leute beim ersten Sonnenstrahl nicht gleich auf die Straßen stürzen, weil es dort nämlich ganz viele Sonnenstrahlen gibt, und wahrscheinlich fliegen dort sogar gebratene Tauben und Hühnerbeine durch die Luft, aber weil dort alle Feinschmecker sind, essen sie gar kein Fast Food. In so einem Land also wuchs der kleine G. auf und war eigentlich ein ganz normaler Junge.
Na ja, außer... außer eben, wenn ihn die Erwachsenen fragten, was er denn später mal so werden wolle. Dann rief der kleine G. nicht etwa aufgeregt: „Lokführer!“ oder „Computerfritze!“ oder vielleicht „Popstar!“ oder gar „Millionär!“ Nein, bei dieser Frage richtete G. seine Augen ins Weite und sagte ernsthaft und verträumt: „Wenn ich groß bin, dann will ich in ein fernes, graues Land ziehen und ein glücklicher Arbeitsloser werden!“ An dieser Stelle hob dann immer ein großes Wehklagen an, und die Mutter knirschte: „Dem müsste man mal ordentlich den Hintern versohlen!“ und der Vater jammerte: „Was haben wir bloß falsch gemacht!“ und „Was sollen denn bloß die Nachbarn sagen!“ und die Nachbarn sagten gar nichts und schüttelten nur verständnislos den Kopf. So wie übrigens später die Leute in dem fernen Land auch. Tja, und wenn sie nicht gestorben sind, dann schütteln sie noch heute...
So ähnlich mag es sich damals zugetragen haben, aber vielleicht war ja alles auch ganz anders.
Genaueres erfahren wir möglicherweise beim
Salon am 1. Dezember 2007 um 20 Uhr.
Zu Gast ist der Autor Guillaume Paoli (*1959), der seit 1992 in Berlin lebt. Er war langjähriger Mitarbeiter des scheinschlag und, als einer der Protagonisten der Glücklichen Arbeitslosen, Herausgeber und teils auch Verfasser der „Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen“ in dem Band Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche (Edition Tiamat 2002). Beim Salon wird er vor allem aktuellere politische Vignetten und Glossen vorlesen, die uns einige Handyfotos unserer Gesellschaft vorhalten.
Und auch ein zweiter G., der Musiker Glenn Schuetz (*1968), präsentiert eine besondere Sicht auf das Leben. Hier seine Einladung im O-Text:
„Wer die klassische Musik liebt, den Schlager schätzt und auch dem Jazz was abgewinnen kann, zudem seine Freude an schwarzhumorigen, anspielungsreichen Texten hat, findet irgendwann zu den Liedern Georg Kreislers. Ich singe gern, spiele gern Klavier, beides gleichzeitig macht noch mehr Spaß und so war der Weg vom bloßen Lauschen der Kreislerlieder zum Nachspielen und Arrangieren nicht mehr weit. Am 01.12.07 dann auf dem Akkordeon, dem dritten und jüngsten Instrument, in meinem ganz persönlichen Glennorchester.“
Bitte beachten: Dies ist kein öffentlicher Salon. Die Salonnière bittet um vorherige Anmeldungen oder Absichtsbekundungen (mit Personenzahl). Rechtzeitiges Erscheinen sichert gute Plätze und allen Anwesenden einen ungestärten Salon.
Herzliche Grüße
Ina Pfitzner
kontakt@inapfitzner.net
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