Zurück zum Startbild

 

 

Vita

Im südlichen Louisiana leben und arbeiten... in tropischer Wärme und üppig-wilder Landschaft, in einer reichen amerikanisch-französisch-kreolisch-spanisch geprägten Kultur, mit Jazz, Cajun-Musik und Zydeco, mit Festivals und Mardi Gras. Fast sieben Jahre lang war dieser Traum für mich Alltag -- ein gewähltes, gelassenes Exil in Baton Rouge, Donaldsonville und New Orleans. In der anderen Sprache und Kultur bin auch ich eine andere geworden. Meine Dissertation in Französisch und Vergleichender Literaturwissenschaft an der Louisiana State University befasste sich mit eben diesem Thema, dem „Übersetzen“ und dem „Exil“. Außerdem wirkte ich im Creative Writing-Programm mit, bei literarischen Radiosendungen und Veranstaltungen, organisierte Konferenzen und Ausstellungseröffnungen, arbeitete in Linguistik- und anderen Projekten, lernte und lebte das louisianische Leben theoretisch und praktisch, in- und auswendig.

Dann, ein Jahr lang und immer wieder, Frankreich: St. Cloud, Paris...Schönheit für die Augen und für den Geist, intensive Gespräche und Diskussionen, Kultur- und Literaturerfahrungen, köstliches Essen und guter Wein. Europa mit seiner Aufregung und Anstrengung. Hier verbrachte ich um die Jahrtausendwende ein Jahr an der Ecole Normale Supérieure in Fontenay-aux-Roses/St. Cloud und als Englisch-Assistentin am Lycée Jacques Prévert in Boulogne-Billancourt. Ich besuchte unzählige Lesungen, habe Dichter und Celan-Übersetzer kennen gelernt, war auf Konferenzen und in vielen Bibliotheken. Und auch ich flaniere unglaublich gern durch die Straßen von Paris.

Dann die Heimkehr nach Berlin und Umgebung, Wasser, Grün, Flachland; man liebt wohl immer den Ort der Herkunft. Die Menschen, die Sprache, das Essen, die Probleme, das alt Vertraute ist mir wieder vertraut geworden. Ich habe viel Neues gefunden, habe bei einem Literaturfestival 60 Veranstaltungen organisiert, moderiert, übersetzt und gedolmetscht. Jetzt übersetze ich vor allem wissenschaftliche und künstlerische Texte ins Englische, lektoriere und lese Korrektur auf Englisch, Deutsch und gelegentlich Französisch. Ich lehre an verschiedenen Sprachschulen und privat, wo ich z.B. auch die französischen Surrealisten und die deutschen Sturm-und-Drang-Dichter im Programm hatte. Ich arbeite an Artikeln und Vorträgen zum Exil, zum modernen Europa und zu Boris Vian. Und seit kurzem finden in meinem Wohnzimmer—bald vielleicht legendäre—Literatursalons statt. Und so halte auch ich das nordische Klima hier ganz gut aus.  

Meine berufliche Tätigkeit und meine akademischen und schreibenden Ambitionen bewegen sich zwischen eben diesen Polen, dem Dreieck der Sprachen, Literaturen und Kulturen Frankreichs, der USA und des deutschsprachigen Raums.

 
Zurück zur Homepage